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Mit den Menschen für die Menschen im Land

In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 1.349 Freiwillige und 435 Jugendfeuerwehren. Sie alle besitzen eine demokratisch organisierte Struktur und stellen den Brandschutz in den Städten und Gemeinden des Landes sicher. Berufsfeuerwehren sorgen dabei nur in den vier größten Städten zusätzlich für Sicherheit und werden auch dort von vielen ehrenamtlichen Helfern ergänzt.


Gremien wie die Mitgliederversammlung und der Vorstand lenken die Geschicke jeder einzelnen Gruppe. Alle Führungskräfte der Feuerwehren werden durch die Mitglieder direkt gewählt. Diese Struktur zu erhalten und weiterzuentwickeln ist eine der Aufgaben, denen sich der Landesfeuerwehrverband (LFV-SH) als Interessenvertreter aller Feuerwehren im Land Schleswig-Holstein stellt.

Der LFV-SH baut mit dem Projekt „Mit den Menschen für die Menschen im Land“ ein Team von Konfliktberatern auf, die dezentral in den Kreisen und Städten verteilt sind. Dort werden sie vor Ort frühzeitig Konflikte in den Feuerwehren erkennen und als erste Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dabei steht ebenfalls im Fokus mögliche Unterwanderungen, die einer demokratischen Grundordnung entgegen wirken, frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Ziel ist es, ein gutes mitmenschliches Klima in den Gruppen zu erhalten, um so Austritten vorzubeugen und auch als Gruppe für Menschen attraktiv zu bleiben, die bereit sind, sich in ihrer Freizeit für den Nächsten zu engagieren.

In Fortbildungen und Seminaren werden mit Hilfe des Projektes demokratische Teilhabestrukturen vermittelt und den Teilnehmenden gelehrt Partizipation in den Feuerwehren zu leben. In Kooperation mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein wird darüber hinaus die Thematik „Interkulturelle Kompetenz“ geschult und allgemein durch Patenschaften ein interkultureller Austausch gefördert. Der Fokus liegt darauf, die Feuerwehren einerseits gegenüber anderen Kulturen zu öffnen und andererseits das System Freiwillige Feuerwehr bei Menschen mit Migrationshintergrund bekannt und verständlich zu machen.

Wissenschaftlich begleitet stellt sich der LFV-SH mit dem Projekt der Frage, wie offen und tolerant die Feuerwehren im Land sind. Aspekte der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit werden dabei ebenso betrachtet wie das Spannungsfeld, das aufgeworfen wird, wenn in einer zutiefst demokratischen Grundordnung in den Feuerwehren im Einsatzfall hierarchische Strukturen greifen, um die einsatzbedingte Herausforderung zielführend und erfolgreich zu bewältigen. Die sich daraus ergebenden Handlungsempfehlungen gilt es im Anschluss in der Praxis zu etablieren.

Bei der Jugendfeuerwehr und jungen Mitgliedern der Einsatzabteilungen liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf Demokratiebildung und der Entwicklung eines politischen Verständnisses. Veranstaltungen zu aktuellen politischen Ereignissen vermitteln die Funktionsweise des demokratischen Systems und machen Politik wie auch Politiker greifbar.


Kontakt

Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein e.V.
Hopfenstraße 2d
24114 Kiel
Tel.: 0431 603 2111
E-Mail: behrens@lfv-sh.de
Homepage: www.feuerwehrlebtdemokratie.sh